Mittwoch, 29. September 2010

Una cultura diferente

Liebe Freunde,
Heute moechte ich euch ein bisschen von dem Leben hier berichten.
Auch wenn Arequipa fuer Peru eine recht moderne Stadt ist, taucht man hier in eine voellig neue Kultur ein.
Die peruanische Waehrung heisst Sol, 3,50 Sol sind ein Euro. Nach San Isidro faehrt man mit einem relativ kleinen blauen Bus, der 60 centimos kostet, also weniger als 20 Cent, egal wie lange man faehrt. Die Tuer ist die ganze Fahrt ueber offen, dort steht ein Mann oder eine Frau, die die ganze Zeit ueber auf die Strasse rufen, wo der Bus hinfaehrt. Es gibt nur ein paar offizielle Bushaltestellen, ansonsten steigt man irgendwo aus oder ein. Auf der Strasse sieht man mehr Taxis als andere Autos. Ein Taxi in die Stadt kostet zwischen drei und vier Sol.
Der Hauptplatz von Arequipa ist die Plaza de Armas, auf diesem Foto seht ihr sie bei Nacht.
Im Stadtzentrum gibt es ausserdem eine grosse Martkhalle, in der man alles bekommen kann, was das Herz begehrt. Es gibt unmengen von Obst:
Obst ist hier ein wichtiger Bestandteil der taeglichen Nahrung. Es ist sehr guenstig und schmeckt viel besser als in Deutschland. Besonders gerne mag ich Mango und die kleinen Bananen, die suesser sind als die Grossen. Gerne mache ich mir auhc einen leckeren Obstsaft mit unserem Mixer. Was ich besonders empfehlen kann, ist Papaya-Marmelade. Dort koennte ich mich reinlegen. Hier wird auch sehr viel Avokado gegessen, besonders mit Broetchen, dies zaehlt auch zu meiner taeglichen Nahrung. Richtiges Brot gibt es hier kaum, aber an jeder Ecke kann man 6 Ciabatta Broetchen fuer 1 Sol kaufen. In der Markthalle (San Camilo) gibt es ausserdem unmengen von Saftstaenden, wo man nach herzenslust frisch gepressten Saft jeglicher Obstsorte trinken kann. Meine Empfehlung: Mango-Papaya!
Arequipa hat ein ausgepraegtes Nachtleben. Es gibt einige Clubs, in vielen laeuft Salsa Musik. The place to go in Arequipa: Das Deja-Vu (ausgesprochen: Decha-Wu). Geht man hier aus, kommt man als Frau nicht umhin, mit einem Peruaner nach dem anderen Salsa zu tanzen oder sich zu unterhalten. Aber gut, so lerne ich wenigstens etwas. DAS Nationalsgetraenk ist Pisco-Sour. Pisco ist ein Schnaps, dazu kommt rohes Ei und noch eine Zutat, die ich vergessen habe. Es ist jedenfalls lecker!
Ich wuerde euch gerne noch mehr berichten, doch meine Mitbewohnerinnen warten auf mich, deshalb schliesse ich mit dem Versprechen, euch bald noch mehr zu berichten. 
Ein Schlusswort noch: Vielen Dank fuer euer liebes Feedback auf meinen Blog, so ist es auch ein bisschen, als waert IHR dabei! Auf bald!


Samstag, 25. September 2010

Andere Welten - Teil 2

Jetzt habe ich endlich mal ein bisschen Ruhe und werde euch wie angekuendigt von Coporaque berichten.
Coporaque ist ein kleines Dorf in den Anden, gelegen im Colca Canyon. Dort faehrt man mit dem Bus ungefaehr dreieinhalb Stunden hin, er liegt noerdlich von Arequipa. Der Colca Canyon ist der zweittiefste Canyon der Welt.
Morgens musste ich noch schnell meine Sachen waschen, die von der Misti-Tour noch ganz verstaubt waren. Nachmittags ging es dann los. Der Bus kostet nur 13 Soles, das sind weniger als vier Euro. Waehrend sich der Bus so durch die Landschaft schlaengelte, kamen wir immer tiefer in die Anden hinein. Die Berge wurden hoeher und die Luft duenner. Kurz vor Chivay, wo wir ausstiegen, bot sich uns ein atemberaubender Anblick. Gigantische Berge ragten vor tiefen Schluchten auf, in denen sich der Ort befindet. In Chivay kamen wir in einer voellig anderen Welt an. Im Gegensatz zu Arequipa, wo es fuer Peru recht modern ist, sah man hier ueberall Leute in traditioneller Kleidung herumlaufen (ganz davon abgesehen ist Chivay ein recht kleiner Ort). Man sieht Menschen, die Kuehe oder Schweine vor sich hertreiben oder Esel, die herumstehen.
Von dort aus fuhren wir mit einem kleinen unglaublich ueberfuellten Bus nach Coporaque (auf der Rueckfahrt waren wir 19 Leute in einem Bus, der fuer 10 angelegt ist). Schon im Bus trafen wir die Gastmutter, bei der die Volontaere immer schlafen. Das Gaestehaus dort ist sehr familiaer und besteht aus ein paar kleinen Steinhaeuschen, die einen Innenhof umgeben. Wir bekamen zwei Zimmer und wurden erstmal von den zwei juengeren Maedels ueberfallen. Sie haben um uns herum getobt und mit einem Schlafsack Raupe gespielt. Am naechsten Morgen ging es dann in die Schule von Coporaque. Dort haben wir in fuenf Klassen Englisch unterrichtet. Da die Schueler in den vergangenen Jahren meistens nur Fruechte, Farben und Zahlen gelernt haben, haben wir angefangen, ihnen ein bisschen Grammatik beizubringen, was meinem Eindruck nach sogar richtig gut funktioniert hat. Es war schoen zu merken, dass der Einsatz eine Wirkung zeigt und die Kinder haben wirklich toll mitgemacht.
Coporaque ist fuer mich ein beeindruckender, faszinierender und wunderschoener Ort. Da wir nicht viel Zeit dort hatten, moechte ich so bald wie moeglich noch einmal dorthin, um die heissen Quellen zu besuchen und von einem Aussichtsplatz nach Condoren zu schauen. Natuerlich auch, weil es Spass macht, dort zu unterrichten.
Leider kann ich wieder nicht mit Fotos aufwarten, dieser einzig in unserem Appartment verbliebe Computer hat keinen Speicherplatz mehr. Aber ich habe vor, bald mal ein Internetcafe zu besuchen. Bis dahin hoffe ich, dass ihr auch so einen Eindruck dieses Landes bekommt, das so vielfaeltig und faszinierend ist.

Andere Welten

So, endlich habe ich noch einmal Zeit, etwas zu posten. Es ist wieder so viel passiert die letzten Tage.
Ich hatte euch ja erzaehlt, dass ich geplant hatte, den Misti zu besteigen. Ohne gross ueber die Konsequenzen nachzudenken, stimmte ich begeistert zu, als Nikki, eine anderen Volontaerin, fragte ob ich Lust haette mitzukommen. Zwei andere Volontaere, Lukas und Alex, waren auch dabei. Auf der Fahrt dorthin erfuhr ich dann erstmal, dass der Misti 5800 (!) Meter hoch ist und selbst Sportler auf dem Weg dorthin die Hoehenkrankheit bekamen. Da wurde mir doch ein bisschen mulmig zumute.
Wir fuhren mit einem Van auf 3500 Meter Hoehe und machten uns dann zusammen mit unserem Guide auf den Weg. Schon nach den ersten Metern hatte ich das Gefuehl, dass ich nicht mehr kann und waere am liebsten umgedreht. Doch jetzt hatte ich die Sache angefangen und wollte nicht direkt aufgeben. Geplant war, in 6 Stunden bis auf 4600 Meter zu steigen, wo das Basiscamp ist und dort zu Zelten. Zu diesem Aufstieg kann ich nur sagen: Ich bin absolut an meine Grenzen geraten. Ich war immer die letzte und irgendwann konnte ich immer nur noch ein paar Gaenseschritte gehen und musste alle paar Meter stehenbleiben. Ich dachte oefter, ich schaffe es nicht. Es brauchte gutes Zureden von dem Guide und den anderen und reine Willenskraft, um mich dort hoch zu bringen. Schon dort gab es eine wunderschoene Aussicht! Man sah weit und breit nur Einoede und zur linken den Pichu Pichu, ein weiterer Vulkan. Es schien, als waeren wir die einzigen auf der Welt. Die anderen sind nachts um zwei aufgestanden, bei minus 15 Grad, und sind noch einmal 7 Stunden auf die Spitze geklettert. Dort kam ich nicht mehr mit, da ich mich nicht gut fuehlte und es mit Wahrscheinlichkeit nicht geschafft haette. Die anderen sind auch absolut an ihre Grenzen geraten.
Am naechsten Tag gings dann gleich weiter nach Coporaque, eine Spontanaktion, da zwei Volontaerinnen krank geworden sind. Davon erzaehl ich euch aber spaeter, und wenn ich dann noch einmal einen PC ergattere, stell ich auch Fotos rein. Eine Mitbewohnerin von mir ist jetzt zum skypen verabredet.
Hab euch lieb!

Sonntag, 19. September 2010

Fotoooos!

Ihr Lieben,
Wie versprochen stelle ich euch ein paar Fotos rein.

Das ist San Isidro, von dem ich euch gestern erzaehlt habe. Es ist echt klein und liegt mitten in der Einoede.
 Hier seht ihr einen Teil des wundervollen Blickes, den wir von unserer Dachterrasse aus haben. Dies ist El Misti, einer der drei Vulkane, die Arequipa umgeben und der einzige, der noch aktiv ist. Am Dienstag werde ich ihn vielleicht mit zwei Maedels besteigen.

Ich wollte eigentlich noch mehr Bilder hochladen, doch dies dauert leider immer so lange und ich bin sehr muede. Also weitere Bilder folgen.
Morgen habe ich meinen ersten Spanischunterricht und werde das erste Mal mit zur Nachhilfe fahren. Ich danke euch fuer eure lieben Posts und wuensche euch eine gute Nacht (wobei ihr wahrscheinlich schon schlafen werdet).
Besos!

Samstag, 18. September 2010

Eine Lawine von Eindruecken

Ich weiss gar nicht, wo ich anfangen soll. Es gibt hier so viel Neues, so viel zu erleben und zu sehen.
Ich fange mal mit dem Projekt an. Intiwawa - Ninos del Sol - heisst uebersetzt: Kinder der Sonne. Es existiert seit vier oder fuenf Jahren. Das Projekt hat mit der Zeit verschiedene Unterprojekte entwickelt. Wie ich einigen von euch schon erzaehlt habe, konzentriert sich das Projekt auf Kinder, die in Doerfern in der Umgebung wohnen. Eines davon ist San Isidro, dass ich gestern auch schon besucht habe. Aber dazu gleich mehr. Hier im Apartment haengt eine Tafel, auf der immer eingetragen wird, wer wann arbeitet. Dies wird immer einmal in der Woche besprochen. Man kann an einem Tag zu mehreren Projekten, da aber momentan relativ viele Volontaere da sind, reicht es, wenn man zu einem Projekt pro Tag faehrt. Dieser finden unter der Woche Stadt, am Wochenende ist meistens frei, ausser manchmal Sonntags. Das Nachhilfeprojekt findet jeden Nachmittag statt, das werde ich am Montag das erste Mal besuchen. Morgens gibt es die Alimentacion - man unterstuetzt peruanische Betreuerinnen beim Kochen fuer die Kinder und serviert ihnen das Essen. Ausserdem wird Englisch unterrichtet, da werde ich naechste Woche auch mal reinschauen. Computerkurse gibt es auch. Und es gibt seit kurzem in San Isidro einen Kindergarten. Dort war ich gestern mit Nayra, einer anderen Volontaerin. Es war unglaublich - dieses kleine Dorf liegt etwas abseits von Arequipa in der Bergwueste, die Arequipa umgibt. Ihr glaubt nicht, wie es dort aussieht, wie rudimentaer dort alles ist. Die Kinder machen draussen auf den Boden, wenn sie muessen, und der Kindergarten besteht aus einem kleinen Haeuschen. Aber die Kinder waren soooo suess und absolut nicht kontaktscheu. Sobald wir den Raum betraten, kamen sie auf uns zugerannt und ein grosses lachendes Knaeuel draengte sich um uns. Der Kindergarten ist hier viel strukturierter als bei uns, die Kinder haben kaum Gelegenheit, um frei zu spielen. Sie lernen schon sehr viel im Kindergarten und haben sogar kleine Tests. Ich bin gespannt auf die anderen Projekte, die ich naechste Woche kennenlerne.
 Es gibt noch so viel zu erzaehlen, aber mir laeuft die Zeit davon. Von dem peruanischen Nachtleben, der Stadt und den Salsa tanzenden Peruanern erzaehl ich euch ein andermal. Und beim naechsten Mal gibts auch Fotos, versprochen!

Donnerstag, 16. September 2010

Arequipa - Stadt der Traeume

Liebste Menschen,
vielen Dank fuer die lieben Kommentare :)
Nach einer langen Odyssee bin ich heute morgen in Arequipa gelandet, muede, aber aufgeregt und ueberwaeltigt von der Schoenheit dieser Stadt und ihrer Umgebung.
Urspruenglich hatte ich geplant, eine Nacht in Lima zu verbringen. Auf meinem Flug traf ich jedoch ein peruanisches Paar, die mir auf so eine eindringliche Art einredeten, das waere viel zu gefaehrlich, dass ich mich ueberzeugen liess. Sie haben mir ein Taxi zur Busstation bezahlt, was ich sehr nett fand.
Nach sechs Stunden, die ich mir dort vertrieb, ging es dann auf nach Arequipa - 15 Stunden Busfahrt, ueber Nacht. Wir fuhren am Pazifik an der Westkueste entlang, am naechsten Morgen fuehrte uns die Strasse ins Inland und in die majestaetischen Anden hinein... Ich kann nur sagen - atemberaubend. Karge Wuestenlandschaft wechselt sich ab mit fruchtbaren Oasen, und schliesslich konnten wir sogar schneebedeckte Berge erblicken.
So, nun aber zu Arequipa. Umgeben von drei Vulkanen (!), wovon einer schneebedeckt ist, liegt diese 750.000 Einwohner grosse Stadt in einem fruchtbaren Tal in den Anden, auf 2400 m Hoehe. Man merkt, dass die Luft etwas duenner ist. Sie wird die weisse Stadt genannt, weil fuer viele Haeuser weisser Stein verwendet wurde.
Das Apartment ist der Hammer. Es ist quasi eine grosse WG, momentan sind 10 Leute hier, von denen ich bis jetzt vier kenne. Ich bin in einem Doppelzimmer, dass ich aber zur Zeit alleine bewohne, und jeder hat ein eigenes Bad plus Dusche! Nicht zu vergessen das grosse Wohnzimmer und eine durchaus annehmbare Kueche - tausend mal besser als Hoogeveld also. Der Gipfel kommt aber noch: Wir haben zwei Dachterrassen. Von der einen hat man den Blick auf alle drei Vulkane, es ist einfach wunderschoen!
Es ist auch richtig warm hier, bestimmt 25 Grad, und hier scheint wohl jeden Tag die Sonne!!
Kurz und Gut, es ist ein absolut idyllisches Plaetzchen hier!
Ich war zweimal in der Stadt, was schon ein kleiner Kulturschock war. Es ist auch nicht ungefaehrlich hier. Aber dazu ein andermal mehr.
Wir waren auf einem peruanischen Markt, das war sehr interessant, es gibt unglaublich viel Obst und Saefte und man kann handeln.
Morgen werde ich wahrscheinlich das erste Mal mit zu dem Nachhilfeprojekt fahren, das in San Isidro stattfindet, einem Dorf ca. eine Stunde von hier.
Jetzt bin ich ziemlich muede und werde wahrscheinlich frueh ins Bett gehen.
Ich sende euch die besten Gruesse und Kuesse!

Dienstag, 14. September 2010

Kurz vor Aufbruch

Heute geht es los, die Zeit wird knapp. Ich muss noch die meisten Sachen in die Tasche stopfen und ein paar Besorgungen machen, habe noch ungefähr eine Stunde. Es muss also schnell gehen!
Es erscheint mir noch sehr unwirklich, dass ich in einigen Stunden unterwegs nach Peru sein werde. Ich fliege gegen Abend, mit Zwischenstop in Madrid, und dann gehts mit 12 Stunden Flugdauer nach Lima. Dort komme ich morgen früh an (hier ist es dann aber schon mittags). Ich muss mir noch überlegen, ob ich dann dort eine Nacht in einem Hostel verbringe, da der Bus immer erst nachmittags fährt. Der braucht dann noch einmal 15-17 Stunden nach Arequipa, die Stadt in der ich wohnen werde. Ich werde also, je nachdem wie ich mich entscheide, Donnerstag oder Freitag morgen in Arequipa ankommen.
So, nun muss ich schnell die letzten Sachen erledigen, ich melde mich wieder von Peru aus!
Liebste Grüße!