Samstag, 25. September 2010

Andere Welten - Teil 2

Jetzt habe ich endlich mal ein bisschen Ruhe und werde euch wie angekuendigt von Coporaque berichten.
Coporaque ist ein kleines Dorf in den Anden, gelegen im Colca Canyon. Dort faehrt man mit dem Bus ungefaehr dreieinhalb Stunden hin, er liegt noerdlich von Arequipa. Der Colca Canyon ist der zweittiefste Canyon der Welt.
Morgens musste ich noch schnell meine Sachen waschen, die von der Misti-Tour noch ganz verstaubt waren. Nachmittags ging es dann los. Der Bus kostet nur 13 Soles, das sind weniger als vier Euro. Waehrend sich der Bus so durch die Landschaft schlaengelte, kamen wir immer tiefer in die Anden hinein. Die Berge wurden hoeher und die Luft duenner. Kurz vor Chivay, wo wir ausstiegen, bot sich uns ein atemberaubender Anblick. Gigantische Berge ragten vor tiefen Schluchten auf, in denen sich der Ort befindet. In Chivay kamen wir in einer voellig anderen Welt an. Im Gegensatz zu Arequipa, wo es fuer Peru recht modern ist, sah man hier ueberall Leute in traditioneller Kleidung herumlaufen (ganz davon abgesehen ist Chivay ein recht kleiner Ort). Man sieht Menschen, die Kuehe oder Schweine vor sich hertreiben oder Esel, die herumstehen.
Von dort aus fuhren wir mit einem kleinen unglaublich ueberfuellten Bus nach Coporaque (auf der Rueckfahrt waren wir 19 Leute in einem Bus, der fuer 10 angelegt ist). Schon im Bus trafen wir die Gastmutter, bei der die Volontaere immer schlafen. Das Gaestehaus dort ist sehr familiaer und besteht aus ein paar kleinen Steinhaeuschen, die einen Innenhof umgeben. Wir bekamen zwei Zimmer und wurden erstmal von den zwei juengeren Maedels ueberfallen. Sie haben um uns herum getobt und mit einem Schlafsack Raupe gespielt. Am naechsten Morgen ging es dann in die Schule von Coporaque. Dort haben wir in fuenf Klassen Englisch unterrichtet. Da die Schueler in den vergangenen Jahren meistens nur Fruechte, Farben und Zahlen gelernt haben, haben wir angefangen, ihnen ein bisschen Grammatik beizubringen, was meinem Eindruck nach sogar richtig gut funktioniert hat. Es war schoen zu merken, dass der Einsatz eine Wirkung zeigt und die Kinder haben wirklich toll mitgemacht.
Coporaque ist fuer mich ein beeindruckender, faszinierender und wunderschoener Ort. Da wir nicht viel Zeit dort hatten, moechte ich so bald wie moeglich noch einmal dorthin, um die heissen Quellen zu besuchen und von einem Aussichtsplatz nach Condoren zu schauen. Natuerlich auch, weil es Spass macht, dort zu unterrichten.
Leider kann ich wieder nicht mit Fotos aufwarten, dieser einzig in unserem Appartment verbliebe Computer hat keinen Speicherplatz mehr. Aber ich habe vor, bald mal ein Internetcafe zu besuchen. Bis dahin hoffe ich, dass ihr auch so einen Eindruck dieses Landes bekommt, das so vielfaeltig und faszinierend ist.

2 Kommentare:

  1. Wooow, Laura, wann kommt dein erstes Buch raus?;) Hört sich ja super an, was du alles erlebst! Dann hoffe ich mal, dass du bald ein Internetcafé findest und wieder Fotos reinstellen kannst.
    So tolle Geschichten kann ich hier nicht bieten, aber am Donnerstag ist silent disco XL im Park Brakkenstein hehe.;) Und in 8 Tagen mein erstes Tentamen... darum: viele Grüße vom Schreibtisch, ich geh wieder lernen!
    Besitos, Lena

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  2. Hey Laura,
    das hört sich ja echt alles total super an! Da wird man echt neidisch, wenn man hier am Schreibtisch sitzt uns es draußen nur noch gefühlte 10 Grad sind und es viel zu oft regnet.
    Es ist gerade recht viel zu tun für den Master und bei studiebegeleiding ist es in der letzten Zeit auch viel stressiger als im letzten Jahr...
    Sam und Laurens sind jetzt übrigends in meiner Gruppe und haben schon mal nach dir gefragt!!
    Ich wünsch dir weiterhin alles Gute und eine schöne Zeit in Peru!
    Liebe Grüße von der anderen Lena ;)

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