Montag, 29. November 2010

Zwischenmeldung

Wieder einmal ist viel Zeit vergangen, wieder einmal ist viel passiert.
Die Arbeit in der Klinik ist interessant, ich denke, dass ich dort einiges lernen kann. Manchmal ist die Sprache noch eine Barriere, auch wenn mein Spanisch immer besser wird. Dennoch kommt es immer wieder vor, dass ich Schwierigkeiten habe, alles zu verstehen, was die Leute erzaehlen. Die Zusammenarbeit mit meinen Kollegen klappt jedoch gut, es sind drei Psychologiestudenten, die in Kuerze ihr Studium beenden. Ich verstehe mich gut mit ihnen und sie erklaeren mir vieles, lassen mich auch aktiv mitmachen sodass ich nach und nach dazulerne.
Vor einer guten Woche habe ich ein Wochenende in Cuzco verbracht. Wir sind dort hingefahren, um Geld fuer Intiwawa abzuholen. Wir fuhren Freitag ueber Nacht und kamen Samstag morgens an, die Fahrt dauert 10 Stunden. Nachdem wir morgens ein bisschen durch die Stadt gewandert waren, haben sich die anderen im Hostal schlafen gelegt, sie kannten die Stadt schon. Ich bin also alleine losgezogen und habe einen netten jungen Mann getroffen, der mir ein bisschen die Stadt und tolle Aussichtspunkte gezeigt hat. Cuzco ist eine tolle Stadt, wenn auch voller Turisten. Dennoch hat es mir dort sehr gut gefallen. Es gibt ueberall kleine Strassen, zum Teil mit Mauern aus der Inkazeit. Die Stadt liegt in einem Tal umgeben von Bergen, es ist ein magischer Ort. Man sieht viele Leute in traditioneller Kleidung und viele alte Gebaeude. Es ist viel ruhiger als in Arequipa, auch wenn viele Touristen dort sind. Abends sind wir tanzen gegangen. Es gibt eine Disko, in der jeden Abend Salsa unterrichtet wird. Ich habe ein paar Schritte gelernt und hoffe, dass ich meinen Unterricht bald fortsetzen kann. Am Sonntag sind wir zu einem Aussichtsplatz gegangen, von dem aus man die gesamte Stadt sehen kann. Anschliessend spazierten wir in der Umgebung von Cuzco durch die Landschaft und passierten ein paar alte Ruinen. Leider muss man in Cuzco fuer fast alle Sehenswuerdigkeiten viel Geld bezahlen, weshalb wir Alternativen suchen mussten. Es war jedoch ein atemberaubendes Erlebnis, die Umgebung von Cuzco zu erkunden, die Landschaft ist wie aus einem Bilderbuch. Wir spazierten zum Mondtempel, von dem aus man einen fantastischen Blick auf die Landschaft hat. Es war ein unvergleichbares Erlebnis und wir hatten viel Spass. In der Nacht sind wir wieder zurueck gefahren und kamen morgens voellig fertig wieder in Arequipa an, weshalb ich der Klinik fern blieb. Die Woche war dann wieder relativ stressig, da ich inzwischen Mitkoordinatorin von der Hausaufgabenhilfe bin, bin ich oft dort und muss Dinge regeln. Ausserdem koordiniere ich auch den Englisch-Unterricht, wenn dies auch eine weniger Zeitaufwendige Aufgabe ist.
Schlussendlich musste ich am Donnerstag wieder nach Coporaque fahren, weil sich niemand anderes fand. Momentan sind nicht viele Volontaere hier, weil vier Maedels fuer eine Woche nach Cuzco gereist sind. Eigentlich wollte ich mich nachmittags aufmachen, doch meine Begleiterin ist neu und wusste nicht, dass wir schon einen Tag vorher losmuessen. Sie war also nicht da und wir mussten die Fahrt auf die Nacht verschieben. Um 1 Uhr ging es los und gegen 4.30 kamen wir an. Dort erfuhren wir, dass der Englischunterricht ausfaellt, der Stress war also umsonst gewesen. Da es mir jedoch in Coporaque so gut gefaellt, beschloss ich, bis Sonntag zu bleiben und dann beim interkulturellen Projekt zu helfen. Das Wochenende war wunderschoen und entspannend. Coporaque ist ein toller Ort, um sich von dem hektischen Leben in Arequipa zu erholen. Am Samstag spazierten wir zwei Stunden zu einem Schwimmbad mit relativ heissem Wasser. Dort waren nur peruaner, die einzigen Europaer waren Pierre und ich. Pierre, ein 43jaehriger jung gebliebener Franzose, haben wir dort kennengelernt, ein unglaublich sympathischer Mensch. Jedenfalls waren wir zwei die Attraktion in dem Schwimmbad. Spaeter besuchten wir Steven, auch ein Franzose, der sich gerade in Coporaque ein Haus baut, zusammen mit seiner Lebensgefaehrtin. Ein sehr interessanter Mensch, er hat viele Ideen und moechte viele Projekte in Coporaque realisieren.
Am Sonntag fand dann das interkulturelle Projekt Stadt. Wir haben Theater mit den Kindern gemacht, leider konnte ich nicht die ganze Zeit dabei sein, da ich das Geschirr spuelen musste. Nachmittags wollten wir zurueck nach Arequipa fahren, zusammen mit Pierre. Leider waren alle Busse voll. Wir beschlossen also, wieder in der Nacht um 1 zu fahren und uns bis dahin ein Zimmer in einem Hostal zu mieten. Abends gingen wir nochmal in ein Schwimmbad, was sehr entspannend war. Nachts ging es dann los, und wir kamen, erneut voellig fertig, morgens gegen halb 5 in Arequipa an. Aus dem Grund war ich heute schon wieder nicht in der Klinik.
Nun fehlt nicht mehr viel Zeit bis zum Kongress, noch knapp zwei Wochen, wir muessen also viel vorbereiten. Dieses Wochenende werde ich in Arequipa bleiben, es wird zu viel wenn ich jedes Wochenende unterwegs bin. Ich habe wenig Zeit fuer mich, manchmal wird mir alles ein bisschen viel und ich habe das Gefuehl, ich komme zu nichts. Aber bald wird es ruhiger werden, in drei Wochen fangen die Ferien an.
Es gibt neue Fotos im Facebook, unter den folgenden Links findet ihr meine Alben:
http://www.facebook.com/album.php?aid=22500&id=100001081869804
http://www.facebook.com/album.php?aid=26007&id=100001081869804
Ich wuensche euch eine wundervolle Adventszeit, hier bekommt man davon absolut nichts mit!
Allerliebste Gruesse,
eure Laura

1 Kommentar:

  1. Denke sehr viel an dich liebe Laura, habe ein Bild von uns, als wir noch klein waren überm Schreibtisch hängen, da kommt ihr grad bei uns zu Hause an und wir fallen uns in die Arme. Und unsere Mütter quatschen im Hintergrund. Tobi steht auf der Vorgartenmauer und spielt mit irgendwas rum, wunderschönes Bild jedenfalls. :)
    Es ist sehr spannend zu hören wieviel du erlebst und was für Erfahrungen du mitnehmen kannst. Übernimm dich aber auch nicht, weil wenns dir nicht gut geht bringst du auch niemand anderen etwas... ;)

    Ich hab dich lieb und bin beeindruckt und freu mich wie du das alles so "managst".

    dein Cousinchen

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