Ich moechte euch gerne von einer einmaligen Erfahrung berichten, die ich in den letzten Tagen erlebt habe, eine Reise, von der ich heute morgen zurueck gekommen bin.
Letzten Sonntag bin ich zusammen mit meiner Freundin Annie nach Puerto Maldonado gefahren, eine Stadt, die ca. 10 Stunden Busfahrt von Cusco im Dschungel liegt. Dort ist man schon fast an der bolivianischen und brasilianischen Grenze. Wir sind ueber Nacht gefahren und als wir ankamen, haben wir sofort die Hitze und die feuchte Luft gespuert. Die Stadt ist nicht winzig klein, aber auch nicht allzu gross und recht sympathisch. Sie hat mich ein bisschen an Santa Cruz erinnert, mir aber mehr gefallen. Die Leute laufen in T-Shirt und Shorts herum, sind sehr freundlich und die Sonne brennt vom Himmel. Wir haben uns jedoch schnell an das andere Klima gewoehnt und es sehr genossen, es war einfach ein herrliches Sommergefuehl, das tollste war dass es abends nicht kalt wird.
In einem Gaestebuch in unserem Hostal in Cusco habe ich mehrere Eintraege von Leuten entdeckt, die fuer ein paar Tage bei einer Familie gewohnt haben, die in der Naehe von Puerto Maldonado lebt. Ich habe sie also angerufen und wir haben uns am Abend mit Javier getroffen, dem Vater der Familie, um alles zu besprechen. Er lies uns wissen, dass er uns am naechsten morgen um 5 bei unserem Hostal abholen wuerde. Wir wuerden zwei Naechte bei der Familie verbringen.
Am naechsten morgen sind wir mit dem Boot raus auf den Fluss gefahren und haben beobachtet, wie die Papageie gefruehstueckt haben. Dann sind wir zu dem Haus der Familie gefahren. Es war wunderschoen, auf dem Fluss zu fahren, in einer voellig anderen Welt. Dort angekommen begruessten wir Javiers Frau, Ulla, die aus Deutschland kommt. Vor ca 5 Jahren hat sie von Javiers Lebenweise erfahren, ihn besucht und beschlossen zu bleiben. Sie hat also alles in Deutschland zurueckgelassen, sehr beeindruckend! Die beiden haben zwei kleine Kinder, Alida (4) und Kalian (2), total suess und fuer ihr Alter schon sehr weit!
Die Familie lebt mitten im Dschungel, am Fluss, umgeben von hohen Baeumen, die ihrem Grundstueck viel Schatten spenden. Sie haben einige Huetten, die erhoeht gebaut sind, darunter mehrere Gaestehuetten, eine Esshuette, eine Kuechenhuette und natuerlich eine Huette, wo sie selber schlafen. Diese sind wild umwachsen von Baeumen und Straeuchern, durch die vereinzelt das Licht der Sonne faellt. Sie haben ein grosses Grundstueck, was Javier uns gezeigt hat, und besitzen eine unglaubliche Vielfalt von Pflanzen. Sie bauen selber an und nutzen ueberwiegend, was die Natur ihnen gibt. Wir haben Bananen, Apfelsinen, Mangos und alle moeglichen anderen Fruechte probiert. Auch Kakao, Kaffee, natuerliches Viagra und Anaesthetikum wachsen auf ihrem Grundstueck. Ulla hat unheimlich toll fuer uns gekocht, gebackene Bananen, selbstgemachten Kakao (lecker und tausend Mal besser als jeder andere!!), Yuka und selbstgebackene Broetchen aus einem grossen Ofen, unter dem sie ein Feuer entzuenden. Es gibt keine Elekrizitaet und kein fliessendes Wasser, trotzdem fuehlte ich mich dort wohl und komfortabel, alles ist so natuerlich. Das Leben scheint auf diese Art so einfach und natuerlich, die Familie ist fast immer zusammen und es ist toll zu sehen, wie viel Zeit die Eltern mit ihren Kindern verbringen und wie viel Aufmerksamkeit sie ihnen widmen.
Die Kinder wachsen zweisprachig auf, sprechen aber mehr deutsch als spanisch und haben auch viele deutsche Kinderbuecher. Ich hab sie mit ihnen angeguckt und mit ihnen Lieder gesungen, die ich noch aus meiner Kindheit kenne, das war sehr schoen. Es war also zugleich etwas neues, aber auch altbekanntes. Am zweiten Tag haben wir Javiers Freund besucht, der auf der anderen Seite des Flusses ganz alleine lebt. Zuerst mussten wir ca. 1 1/2 Stunden durch den Dschungel laufen, immer wieder durch riesige Wasserpfuetzen, bis wir schliesslich zu seinem Grundstueck kamen. Er lebt noch einfacher als die Familie, schlaeft auf einer Ablage die ueberdacht ist, er ist also staendig draussen. Er hat ein grosses Schwein als Gesellschaft. Ich finde es beeindruckend, dass er ganz alleine da draussen lebt. Javier meinte,er lebt gluecklich, aber ich frage mich, ob er sich nicht oft auch einsam fuehlt. Er lebt direkt an einem kleinen Fluss, wo man schwimmen kann. Ich bin natuerlich sofort reingesprungen, und die Maenner meinten zu mir, ich sollte auf die Zitteraale und die Stachelrochen aufpassen, aber zum Glueck waren keine in der Naehe. Alida war auch mit und wir haben im Fluss gespielt, was sehr viel Spass gemacht hat. Die Maenner haben in der Zeit geangelt und hinterher gab es Fisch zum Mittagessen.
Diese natuerliche Lebensweise hat mich sehr fasziniert und beeindruckt, diese Familie schien so harmonisch, so mit sich selbst im Einklang zu sein. Es hat mich sehr zum Nachdenken gebracht darueber, wie wir unser Leben fuehren, wie viel Stress wir uns oft bereiten und wie ungesund wir teilweise leben, im Sinne von sowohl Koerper als auch Geist. Es fiel schwer, diesen magischen Ort wieder zu verlassen und in die Stadt zurueckzukehren, doch ich bin sehr froh, dass ich dies miterleben durfte, wenn es auch kurz war, und moechte auf jeden Fall frueher oder spaeter wieder in den Dschungel, vielleicht fuer ein bisschen laenger.
Ich hoffe, ihr habt ein schoenes Osterwochenende, liebste Gruesse an alle!
Freitag, 22. April 2011
Dienstag, 12. April 2011
Ich weiss, es ist wieder unheimlich viel Zeit vergangen, und unheimlich viel passiert.
Die Erlebnisse der letzten Monate sind so zahlreich, dass ich nicht von allem werde berichten koennen oder bestimmte Dinge nur oberflaechlich ausfuehren kann.
Gegen Ende Januar brach ich von Arequipa auf, zu meiner einmonatigen Reise durch Bolivien. Begleitet wurde ich von meiner Freundin Almut, die ausreisen musste und eine Woche in Bolivien verbringen wollte. Zuerst besuchten wir die bolivianische Seite des Titicaca-Sees, Copacabana. Von da aus unternahmen wir einen Ausflug auf die Isla del Sol, die ihrem Namen alle Ehre macht und wirklich wunderschoen ist! Anschliessend ging es nach La Paz, der groessten Stadt in Bolivien, ein riesiger Kessel mit schneebedeckten Bergen ringsum. Die Stadt selber ist nicht besonders schoen, aber der Blick von oben ist beeindruckend. Von da aus hatte ich eigentlich einen Auslug in die Yungas geplant (Nebelwald), aber ich wurde krank (Hoehe?), hatte Kopfschmerzen und Erkaeltung und lies es deshalb ruhig angehen. Wir verbrachten dort fast eine Woche, danach musste Almut wieder zurueck Richtung Arequipa.
Fuer mich ging es weiter Richtung Sueden, nach Uyuni, von wo aus man die gigantische Salzwueste besichtigen kann. Die Busfahrt dauerte normalerweise 12 Stunden, fuer uns aber 16, da zwei Busunfaelle auf der wegen Regen schlammigen Strecke waren. So startete ich meine 3-taegige Tour durch die Wueste einen Tag spaeter. Diese Tour (mit Jeep) war eines meiner beeindruckensten Erlebnisse, was Naturphaenomene angeht. Die Wueste war mit ein bisschen Wasser, sodass sich der Himmel darin spiegelte und es scheinte, als wuerden wir durch den Himmel fahren, es war einfach unglaublich, unbeschreiblich schoen und magisch!
Auch an den anderen zwei Tagen sahen wir tolle Dinge wie colorierte Lagunen, gigantische Berge, Geysiere und versteinerte Baeume. In meiner Gruppe waren drei Ecuadorianer und zwei Argentinier, alle liebten heavy metall, waren aber sehr nett und wir hatten viel Spass.
Am dritten Tag kam ich nachmittags wieder und hatte abends ein Ticket nach Potosi, der Minen- und Silberstadt. Dort habe ich eine Mine besichtigt, was mich sehr schockiert und beeindruckt hat. Dorthin werden die Kinder von ihren Eltern zum Teil schon mit zwoelf Jahren geschickt, den ganzen Tag unter der Erde, und bedingt durch die giftigen Gase haben sie eine niedrigere Lebenserwartung. Die Vorstellung, dort zu arbeiten, erfuellte mich mit Grauen.
Bereits am Nachmittag fuhr ich weiter nach Sucre, wo ich Nico traf und mit ihm gemeinsam ging es weiter nach Santa Cruz. Dort haben wir Mama und Lisa getroffen, was sehr aufregend und schoen war. Am naechsten Tag fuhren wir weiter nach Samaipata, einem kleinen ruhigen Ort im Tiefland. Die Landschaft dort hat mich irgendwie an das Oberberg erinnert. Wir verbrachten ein paar Tage dort und fuhren zurueck nach Sucre.
Wir verbrachten ein paar Tage in dem Dorf, in dem Nico als Volontaer arbeitet, diese Tage haben mich sehr beeindruckt und das Dorf werde ich nicht vergessen. Ich bin sehr froh, dort gewesen zu sein, das war eines der schoensten Erlebnisse in Bolivien. Mir gefaellt es viel mehr, autentische Orte und die Menschen dort kennen zu lernen, als zu den Touristenorten zu fahren. Nico hat und die Familie gezeigt, in der er mit taubstummen Kindern arbeitet. Sie leben in einem Lehmhaus und die Mutter ist letzten Herbst gestorben. Der Vater hatte bereits drei Schlaganfaelle. Trotzdem sind die Kinder total froehlich und lachen die ganze Zeit, auch der Vater nimmt sein Schicksal sehr tapfer. Dies hat mich tief beruehrt und ich werde die Gesichter dieser Familie nicht vergessen.
Zurueck in Sucre, kam nach kurzer Zeit auch Papa an und ich habe mich unheimlich gefreut, ihn wiederzusehen. Wir haben noch ein paar Tage in Sucre verbracht.
Dann ging es weiter Richtung La Paz, wo wir aufgrund eines Streikes leider einen Tag festsassen. Dort verabschiedeten wir uns von Nico und nahmen den Bus nach Arequipa.
Es war toll, wieder dort zu sein, ich fuehlte mich als wuerde ich nach Hause kommen, alles war so vertraut.
Ich konnte dort bei Almut und Roxana wohnen, spaeter kamen auch Julia (auch eine Volontaerin dich ich scohn vorher kannte) mit einem Freund, und Annie, eine Amerikanerin die Almut im Colca kennen gelernt hatte. Wir waren also eine sehr nette WG.
Es war toll, meine Freunde wiederzutreffen und nach San Isidro zu fahren, wo ich Señora Martina und die Kinder wiedersah. Ich hatte sie so vermisst und war sehr traurig, als ich mich relativ schnell wieder von ihnen verabschieden musste. Wir waren auch in Coporaque und es war toll, die Familie wiederzusehen.
Nach ca einer Woche musste ich mich von Mama, Papa und Lisa verabschieden, was sehr traurig war, aber wir hatten eine tolle Zeit. Danach blieb ich noch ein paar Tage, dann wollte auch ich weiter, nach Cusco, mit dem Plan dort ca einen Monat zu verbringen und in der Klinik zu arbeiten.
Durch Couchsurfing habe ich einen Peruaner kennen gelernt, bei dem ich erstmal eine gute Woche wohnen konnte. Er war sehr nett. Die ersten Tage in Cusco waren schwierig, ich fuehlte mich alleine und fremd.
Doch dann fand ich Arbeit in der Klinik als Volontaerin, ich habe in der psychologischen Abteilung geholfen und mit Kindern gearbeitet, was sehr schoen war. Meine Kollegen waren auch sehr nett.
Nach ein paar Tagen ist auch Annie nach Cusco gekommen, das beste was mir passieren konnte denn ich habe mich inzwischen sehr mit ihr angefreundet und kann mit ihr ueber alles reden.
Nachdem mein Couch nach Lima abzischte, bin ich zu Annie ins Hostal gezogen. Lustigerweise ins Hostal Estrellita, in dem ich bereits war, als ich im November hier war. Wir teilen uns dort ein Zimmer und es ist sehr angenehm. Das Hostal ist toll, mit Innenhof und mehreren netten aelteren Maennern, die wie unsere Grosseltern sind.
Meine Tage bestanden daraus, ins Internet zu gehen, in der Klinik zu arbeiten und abends oft ins Inka Team zu gehen, wo sie umsonst Salsa unterrichten. In der Zeit habe ich viel recherchiert, da ich in Frankreich meinen Master machen moechte und rausfinden muss, ob sie mein Sprachdiplom von der Schule akzeptieren wuerden. Dies habe ich aufgrund schwammiger Antworten und telefonischen Verstaendigungsschwierigkeiten immer noch nicht geschafft, hoffe aber, bald Klarheit zu gewinnen.
Vor kurzem beschloss ich dann, endlich die Tour nach Machu Picchu zu machen, wenn ich schonmal in Cusco bin. Da meine Freunde bereits da waren und Annie noch warten wollte, machte ich mich alleine auf den Weg. Als Alternative zum Zug, der sehr teuer ist, kann man mit dem Bus nach Santa Maria fahren, von da aus nach Santa Teresa, von dort mit dem Taxi nach Hydroelectrica, von wo aus man zwei Stunden an den Bahnschienen entlanglaeuft und dann nach Aguas Calientes kommt, der Ort bei Machu Picchu. Dies war mein Plan Ich nahm den Bus nach Santa Maria, was ca 6 Stunden dauerte und kam dort abends an, in stroemendem Regen. Dort fand ich ein guenstiges Hostal. Es regnete die ganze Nacht. Mir schwante nichts gutes, da ich von Freunden gehoert hatte, dass die Strasse nach Santa Teresa, die an einem Hang entlangfuehrt, oft durch Erdrutsche, Steinfaelle oder Wasserfaelle blockiert ist, in der Regenzeit.
Ich fand ein Taxi, dessen Fahrer mir mitteilte, dass er nur bis zu einer bestimmten Stelle fahren koennte, von wo aus wir laufen mussten. Kurz darauf enthielt er einen Anruf und meinte, die Strasse waere noch nichtmal zu Fuss passierbar und er koennte gar nicht fahren. Ich sass zusammen mit einem Peruaner und einer Peruanerin im Taxi, die beide Verkaeufer waren. Der Peruaner meinte, es gaebe einen Weg nach oben zu einem Dorf, von wo aus wir ein Gefaehrt finden koennten. Also stiegen wir aus (es regnete immer noch), ich sattelte meinen relativ schweren Rucksack und wir machten uns auf den Weg, zwei Stunden aufstieg, puh! Danach gelangten wir auf die Strasse, und nach einiger Zeit kam ein kleiner Transporter, der uns ein Stueck hinten auf der Ladeflaechte mitnahm. Als wir ausstiege, meinte Hilario (der Peruaner), dass wohl kein Auto kommen wuerde und wir zu Fuss nach Santa Teresa muessten. Was blieb uns anderes uebrig, wir marschierten also weiter. Zum Glueck ging es nun nicht mehr so steil nach oben. Unterwegs stiessen wir immer wieder auf einsame Haeuser mit wild klaeffenden Hunden, die mir ein wenig Angst machten. Nahc einiger Zeit verliess uns die Frau und wir marschierten zu zweit weiter. Ploetzlich blieb Hilario stehen: Ein riesiger Wasserfall stroemte ueber den Weg. Er zeigte auf eine kleine Bruecke, die ueber die Schlucht ging, und sah mich mit ermunternder Miene an. Leider hatte dies keine Wirkung auf mich, der Anblick des wackligen etwas aus Holz, das aussah, als wuerde es bei dem kleinsten Gewicht zusammenbrechen, weckte nicht gerade mein Vertrauen. Ich schlug ihm vor, lieber durch die reissende Stroemung zu waten, so hatte man wenigstens selber die Kontrolle, naja, mehr oder weniger. Er ging mit den Sachen vor, kam zurueck und half mit, worueber ich froh war, da die Stroemung mich fast mitriss.
An der anderen Seite angekommen, teilte mir Hilario mit, dass wir spaeter eine gefaehrlich Stelle wuerden passieren muessen, wo Steine runterfallen, und dass wir uns beeilen mussten, um vor Dunkelheit da zu sein. Auf dem Weg trafen wir Leute, die uns mitteilten, die Stelle sei nicht passiertbar, wir muessten einen Umweg ueber die Hoehe nehmen. Dies war dann auch der Fall. Wir trafen ein Paar, dass gleich von dort kam und auf einen Weg zeigte, der Steil nach oben fuehrte. Ich setzte mich hin und musste die Traenen zurueckhalten, da ich echt fertig war und nicht wusste, wie ich es diesen Weg hochschaffen sollte. Zum Glueck war das Paar sehr nett und der Mann nahm meinen Rucksack. So war es nicht ganz so schwer. Dort oben war ich schon wieder gluecklich, denn es gab eine wundervolle Aussicht auf dicht bewaldete Berge und den Fluss, der sich durchs tiefe Tal schlaengelte. Auf der anderen Seite angekommen, gingen wir auf der Strasse weiter. Es wurde bereits dunkel. WIr mussten eine weitere gefaehrliche Stelle passieren, wo Steine und Erde fielen, es broeckelte und rieselte, doch wir kamen wohlbehalten auf der anderen Seite an. Dort hat uns ein Collectivo das letzte Stueck mitgenommen. Endlich in Santa Teresa angekommen, musste ich dort eine weitere Nacht verbringen und schlief erschoepft und frueh ein.
Am naechsten Morgen fuhr ich mit dem Taxi nach Hydroelectrica. Wir kamen nicht ganz bis dahin, da das Taxi im Schlamm stecken blieb. Er fuhr immer wieder vor und zurueck und kam nicht weiter, und mir war etwas mulmig da direkt neben uns der Hang und darunter der Fluss war. Nach vergeblichen versuchen mussten wir aussteigen und das letzte Stueck zu Fuss gehen. Ich sah inzwischen aus, als wuerde ich im Wald leben, meine Sachen waren schlammig und ich war zerstochen.
Im Taxi war auch ein Peruaner, der in der Naehe lebte und meinte, er wuerde mich ein Stueck begleiten. Wir gingen also an den Bahnschienen entlang los in Richtung Aguas Calientes. Bei seinem Haus verabschiedete er sich und ich ging allein weiter. Der Weg war wunderschoen, es war sonnig, ich war umgeben von Bergen und neben mir rauschte der Fluss, der gigantisch ist! Ich hatte bereits Blasen an den Fuessen und zog meine Flip Flops an, die mir leider weitere Blasen bescherten.
Am naechsten Morgen stand ich sehr frueh auf und nahm den Bus hoch nach Machu Picchu. Es ist ein magischer Ort, umgeben von bewaldeten Bergen, im Nirgendwo. Alles ist gruen und die Ruinen sind sehr gut erhalten. Ich bin auch hoch auf den Wayna Picchu, den Berg neben Machu Picchu, mit toller Aussicht, leider etwas vernebelt, aber wunderschoen! Insgesamt verbrachte ich mehr als sieben Stunden auf Machu Picchu.
Danach ging ich zu Fuss wieder runter, die ganze Zeit Stufen, was meinen angeschlagenen Fuessen nicht sehr guttat. Dann fing es an zu regnen und ich wurde pitschnass. Zurueck in Aguas Calientes, war ich ziemlich fertig und froh, dass ich ein Zugticket fuer den Abend hatte. So kam ich mit zerstoerten Fuessen, aber gluecklich nachts wieder in Cusco an.
Inzwischen geht es meinen Fuessen wieder besser. Ich arbeite nicht mehr in der Klinik, da ich in ein paar Tagen wieder aufbrechen moechte. Ich wuerde gerne als naechstes in den Jungle, muss aber noch nach guenstigen Moeglichkeiten gucken, ohne eine Tour zu machen, da ich das nicht so mag. Danach moechte ich noch etwas vom Norden Perus sehen und dann so schnell wie moeglich nach Kolumbien. Dort habe ich bereits im Norden eine Organisation gefunden, bei der ich arbeiten koennte und die aehnlich wie Intiwawa ist.
In der Hoffnung, euch einen Eindruck der letzten Monate gegeben zu haben und mit den besten Gruessen verabschiede ich mich bis zum - hoffentlich baldigen - naechsten Mal!
Eure Laura
Die Erlebnisse der letzten Monate sind so zahlreich, dass ich nicht von allem werde berichten koennen oder bestimmte Dinge nur oberflaechlich ausfuehren kann.
Gegen Ende Januar brach ich von Arequipa auf, zu meiner einmonatigen Reise durch Bolivien. Begleitet wurde ich von meiner Freundin Almut, die ausreisen musste und eine Woche in Bolivien verbringen wollte. Zuerst besuchten wir die bolivianische Seite des Titicaca-Sees, Copacabana. Von da aus unternahmen wir einen Ausflug auf die Isla del Sol, die ihrem Namen alle Ehre macht und wirklich wunderschoen ist! Anschliessend ging es nach La Paz, der groessten Stadt in Bolivien, ein riesiger Kessel mit schneebedeckten Bergen ringsum. Die Stadt selber ist nicht besonders schoen, aber der Blick von oben ist beeindruckend. Von da aus hatte ich eigentlich einen Auslug in die Yungas geplant (Nebelwald), aber ich wurde krank (Hoehe?), hatte Kopfschmerzen und Erkaeltung und lies es deshalb ruhig angehen. Wir verbrachten dort fast eine Woche, danach musste Almut wieder zurueck Richtung Arequipa.
Fuer mich ging es weiter Richtung Sueden, nach Uyuni, von wo aus man die gigantische Salzwueste besichtigen kann. Die Busfahrt dauerte normalerweise 12 Stunden, fuer uns aber 16, da zwei Busunfaelle auf der wegen Regen schlammigen Strecke waren. So startete ich meine 3-taegige Tour durch die Wueste einen Tag spaeter. Diese Tour (mit Jeep) war eines meiner beeindruckensten Erlebnisse, was Naturphaenomene angeht. Die Wueste war mit ein bisschen Wasser, sodass sich der Himmel darin spiegelte und es scheinte, als wuerden wir durch den Himmel fahren, es war einfach unglaublich, unbeschreiblich schoen und magisch!
Auch an den anderen zwei Tagen sahen wir tolle Dinge wie colorierte Lagunen, gigantische Berge, Geysiere und versteinerte Baeume. In meiner Gruppe waren drei Ecuadorianer und zwei Argentinier, alle liebten heavy metall, waren aber sehr nett und wir hatten viel Spass.
Am dritten Tag kam ich nachmittags wieder und hatte abends ein Ticket nach Potosi, der Minen- und Silberstadt. Dort habe ich eine Mine besichtigt, was mich sehr schockiert und beeindruckt hat. Dorthin werden die Kinder von ihren Eltern zum Teil schon mit zwoelf Jahren geschickt, den ganzen Tag unter der Erde, und bedingt durch die giftigen Gase haben sie eine niedrigere Lebenserwartung. Die Vorstellung, dort zu arbeiten, erfuellte mich mit Grauen.
Bereits am Nachmittag fuhr ich weiter nach Sucre, wo ich Nico traf und mit ihm gemeinsam ging es weiter nach Santa Cruz. Dort haben wir Mama und Lisa getroffen, was sehr aufregend und schoen war. Am naechsten Tag fuhren wir weiter nach Samaipata, einem kleinen ruhigen Ort im Tiefland. Die Landschaft dort hat mich irgendwie an das Oberberg erinnert. Wir verbrachten ein paar Tage dort und fuhren zurueck nach Sucre.
Wir verbrachten ein paar Tage in dem Dorf, in dem Nico als Volontaer arbeitet, diese Tage haben mich sehr beeindruckt und das Dorf werde ich nicht vergessen. Ich bin sehr froh, dort gewesen zu sein, das war eines der schoensten Erlebnisse in Bolivien. Mir gefaellt es viel mehr, autentische Orte und die Menschen dort kennen zu lernen, als zu den Touristenorten zu fahren. Nico hat und die Familie gezeigt, in der er mit taubstummen Kindern arbeitet. Sie leben in einem Lehmhaus und die Mutter ist letzten Herbst gestorben. Der Vater hatte bereits drei Schlaganfaelle. Trotzdem sind die Kinder total froehlich und lachen die ganze Zeit, auch der Vater nimmt sein Schicksal sehr tapfer. Dies hat mich tief beruehrt und ich werde die Gesichter dieser Familie nicht vergessen.
Zurueck in Sucre, kam nach kurzer Zeit auch Papa an und ich habe mich unheimlich gefreut, ihn wiederzusehen. Wir haben noch ein paar Tage in Sucre verbracht.
Dann ging es weiter Richtung La Paz, wo wir aufgrund eines Streikes leider einen Tag festsassen. Dort verabschiedeten wir uns von Nico und nahmen den Bus nach Arequipa.
Es war toll, wieder dort zu sein, ich fuehlte mich als wuerde ich nach Hause kommen, alles war so vertraut.
Ich konnte dort bei Almut und Roxana wohnen, spaeter kamen auch Julia (auch eine Volontaerin dich ich scohn vorher kannte) mit einem Freund, und Annie, eine Amerikanerin die Almut im Colca kennen gelernt hatte. Wir waren also eine sehr nette WG.
Es war toll, meine Freunde wiederzutreffen und nach San Isidro zu fahren, wo ich Señora Martina und die Kinder wiedersah. Ich hatte sie so vermisst und war sehr traurig, als ich mich relativ schnell wieder von ihnen verabschieden musste. Wir waren auch in Coporaque und es war toll, die Familie wiederzusehen.
Nach ca einer Woche musste ich mich von Mama, Papa und Lisa verabschieden, was sehr traurig war, aber wir hatten eine tolle Zeit. Danach blieb ich noch ein paar Tage, dann wollte auch ich weiter, nach Cusco, mit dem Plan dort ca einen Monat zu verbringen und in der Klinik zu arbeiten.
Durch Couchsurfing habe ich einen Peruaner kennen gelernt, bei dem ich erstmal eine gute Woche wohnen konnte. Er war sehr nett. Die ersten Tage in Cusco waren schwierig, ich fuehlte mich alleine und fremd.
Doch dann fand ich Arbeit in der Klinik als Volontaerin, ich habe in der psychologischen Abteilung geholfen und mit Kindern gearbeitet, was sehr schoen war. Meine Kollegen waren auch sehr nett.
Nach ein paar Tagen ist auch Annie nach Cusco gekommen, das beste was mir passieren konnte denn ich habe mich inzwischen sehr mit ihr angefreundet und kann mit ihr ueber alles reden.
Nachdem mein Couch nach Lima abzischte, bin ich zu Annie ins Hostal gezogen. Lustigerweise ins Hostal Estrellita, in dem ich bereits war, als ich im November hier war. Wir teilen uns dort ein Zimmer und es ist sehr angenehm. Das Hostal ist toll, mit Innenhof und mehreren netten aelteren Maennern, die wie unsere Grosseltern sind.
Meine Tage bestanden daraus, ins Internet zu gehen, in der Klinik zu arbeiten und abends oft ins Inka Team zu gehen, wo sie umsonst Salsa unterrichten. In der Zeit habe ich viel recherchiert, da ich in Frankreich meinen Master machen moechte und rausfinden muss, ob sie mein Sprachdiplom von der Schule akzeptieren wuerden. Dies habe ich aufgrund schwammiger Antworten und telefonischen Verstaendigungsschwierigkeiten immer noch nicht geschafft, hoffe aber, bald Klarheit zu gewinnen.
Vor kurzem beschloss ich dann, endlich die Tour nach Machu Picchu zu machen, wenn ich schonmal in Cusco bin. Da meine Freunde bereits da waren und Annie noch warten wollte, machte ich mich alleine auf den Weg. Als Alternative zum Zug, der sehr teuer ist, kann man mit dem Bus nach Santa Maria fahren, von da aus nach Santa Teresa, von dort mit dem Taxi nach Hydroelectrica, von wo aus man zwei Stunden an den Bahnschienen entlanglaeuft und dann nach Aguas Calientes kommt, der Ort bei Machu Picchu. Dies war mein Plan Ich nahm den Bus nach Santa Maria, was ca 6 Stunden dauerte und kam dort abends an, in stroemendem Regen. Dort fand ich ein guenstiges Hostal. Es regnete die ganze Nacht. Mir schwante nichts gutes, da ich von Freunden gehoert hatte, dass die Strasse nach Santa Teresa, die an einem Hang entlangfuehrt, oft durch Erdrutsche, Steinfaelle oder Wasserfaelle blockiert ist, in der Regenzeit.
Ich fand ein Taxi, dessen Fahrer mir mitteilte, dass er nur bis zu einer bestimmten Stelle fahren koennte, von wo aus wir laufen mussten. Kurz darauf enthielt er einen Anruf und meinte, die Strasse waere noch nichtmal zu Fuss passierbar und er koennte gar nicht fahren. Ich sass zusammen mit einem Peruaner und einer Peruanerin im Taxi, die beide Verkaeufer waren. Der Peruaner meinte, es gaebe einen Weg nach oben zu einem Dorf, von wo aus wir ein Gefaehrt finden koennten. Also stiegen wir aus (es regnete immer noch), ich sattelte meinen relativ schweren Rucksack und wir machten uns auf den Weg, zwei Stunden aufstieg, puh! Danach gelangten wir auf die Strasse, und nach einiger Zeit kam ein kleiner Transporter, der uns ein Stueck hinten auf der Ladeflaechte mitnahm. Als wir ausstiege, meinte Hilario (der Peruaner), dass wohl kein Auto kommen wuerde und wir zu Fuss nach Santa Teresa muessten. Was blieb uns anderes uebrig, wir marschierten also weiter. Zum Glueck ging es nun nicht mehr so steil nach oben. Unterwegs stiessen wir immer wieder auf einsame Haeuser mit wild klaeffenden Hunden, die mir ein wenig Angst machten. Nahc einiger Zeit verliess uns die Frau und wir marschierten zu zweit weiter. Ploetzlich blieb Hilario stehen: Ein riesiger Wasserfall stroemte ueber den Weg. Er zeigte auf eine kleine Bruecke, die ueber die Schlucht ging, und sah mich mit ermunternder Miene an. Leider hatte dies keine Wirkung auf mich, der Anblick des wackligen etwas aus Holz, das aussah, als wuerde es bei dem kleinsten Gewicht zusammenbrechen, weckte nicht gerade mein Vertrauen. Ich schlug ihm vor, lieber durch die reissende Stroemung zu waten, so hatte man wenigstens selber die Kontrolle, naja, mehr oder weniger. Er ging mit den Sachen vor, kam zurueck und half mit, worueber ich froh war, da die Stroemung mich fast mitriss.
An der anderen Seite angekommen, teilte mir Hilario mit, dass wir spaeter eine gefaehrlich Stelle wuerden passieren muessen, wo Steine runterfallen, und dass wir uns beeilen mussten, um vor Dunkelheit da zu sein. Auf dem Weg trafen wir Leute, die uns mitteilten, die Stelle sei nicht passiertbar, wir muessten einen Umweg ueber die Hoehe nehmen. Dies war dann auch der Fall. Wir trafen ein Paar, dass gleich von dort kam und auf einen Weg zeigte, der Steil nach oben fuehrte. Ich setzte mich hin und musste die Traenen zurueckhalten, da ich echt fertig war und nicht wusste, wie ich es diesen Weg hochschaffen sollte. Zum Glueck war das Paar sehr nett und der Mann nahm meinen Rucksack. So war es nicht ganz so schwer. Dort oben war ich schon wieder gluecklich, denn es gab eine wundervolle Aussicht auf dicht bewaldete Berge und den Fluss, der sich durchs tiefe Tal schlaengelte. Auf der anderen Seite angekommen, gingen wir auf der Strasse weiter. Es wurde bereits dunkel. WIr mussten eine weitere gefaehrliche Stelle passieren, wo Steine und Erde fielen, es broeckelte und rieselte, doch wir kamen wohlbehalten auf der anderen Seite an. Dort hat uns ein Collectivo das letzte Stueck mitgenommen. Endlich in Santa Teresa angekommen, musste ich dort eine weitere Nacht verbringen und schlief erschoepft und frueh ein.
Am naechsten Morgen fuhr ich mit dem Taxi nach Hydroelectrica. Wir kamen nicht ganz bis dahin, da das Taxi im Schlamm stecken blieb. Er fuhr immer wieder vor und zurueck und kam nicht weiter, und mir war etwas mulmig da direkt neben uns der Hang und darunter der Fluss war. Nach vergeblichen versuchen mussten wir aussteigen und das letzte Stueck zu Fuss gehen. Ich sah inzwischen aus, als wuerde ich im Wald leben, meine Sachen waren schlammig und ich war zerstochen.
Im Taxi war auch ein Peruaner, der in der Naehe lebte und meinte, er wuerde mich ein Stueck begleiten. Wir gingen also an den Bahnschienen entlang los in Richtung Aguas Calientes. Bei seinem Haus verabschiedete er sich und ich ging allein weiter. Der Weg war wunderschoen, es war sonnig, ich war umgeben von Bergen und neben mir rauschte der Fluss, der gigantisch ist! Ich hatte bereits Blasen an den Fuessen und zog meine Flip Flops an, die mir leider weitere Blasen bescherten.
Am naechsten Morgen stand ich sehr frueh auf und nahm den Bus hoch nach Machu Picchu. Es ist ein magischer Ort, umgeben von bewaldeten Bergen, im Nirgendwo. Alles ist gruen und die Ruinen sind sehr gut erhalten. Ich bin auch hoch auf den Wayna Picchu, den Berg neben Machu Picchu, mit toller Aussicht, leider etwas vernebelt, aber wunderschoen! Insgesamt verbrachte ich mehr als sieben Stunden auf Machu Picchu.
Danach ging ich zu Fuss wieder runter, die ganze Zeit Stufen, was meinen angeschlagenen Fuessen nicht sehr guttat. Dann fing es an zu regnen und ich wurde pitschnass. Zurueck in Aguas Calientes, war ich ziemlich fertig und froh, dass ich ein Zugticket fuer den Abend hatte. So kam ich mit zerstoerten Fuessen, aber gluecklich nachts wieder in Cusco an.
Inzwischen geht es meinen Fuessen wieder besser. Ich arbeite nicht mehr in der Klinik, da ich in ein paar Tagen wieder aufbrechen moechte. Ich wuerde gerne als naechstes in den Jungle, muss aber noch nach guenstigen Moeglichkeiten gucken, ohne eine Tour zu machen, da ich das nicht so mag. Danach moechte ich noch etwas vom Norden Perus sehen und dann so schnell wie moeglich nach Kolumbien. Dort habe ich bereits im Norden eine Organisation gefunden, bei der ich arbeiten koennte und die aehnlich wie Intiwawa ist.
In der Hoffnung, euch einen Eindruck der letzten Monate gegeben zu haben und mit den besten Gruessen verabschiede ich mich bis zum - hoffentlich baldigen - naechsten Mal!
Eure Laura
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