Donnerstag, 14. Oktober 2010

Auf zu dem Ort der Mythen und Legenden


Liebe Freunde,
Es ist wieder viel passiert, das Leben hier ist abwechlsungsreich und spannend.
Vergangenes Wochenende habe ich mich mit Freundinnen auf den Weg zum Titicaca-See gemacht. Angeschlagen, aber voller Vorfreude auf dieses Erlebnis, fuhren wir ca. sechs Stunden mit dem Bus nach Puno, was direkt am See liegt. Puno an sich ist keine schoene Stadt und turistischer als Arequipa. Dort mieteten wir uns in ein Hostal ein und erkundigten erstmal die Stadt. Am naechsten Morgen setzten wir mit dem Boot zu den schwimmenden  Uros-Inseln ueber. Die Uros sind ein Volk, das zu jener Zeit vor den Inkas fliehen musste. Sie sahen keine andere Moeglichkeit, als hinaus auf den See zu fluechten. Dort lebten die einzelnen Familien auf Booten, die sie mit einer bestimmten Staengelpflanze belegten, sodass nach und nach Inseln entstanden. Heutzutage benutzen die Inselbewohner eine bestimmte Erde als Grund, die sie mit den Staengeln bepflanzen, die anschliessend umknicken und einen weichen Grund bilden. Die Inseln sind groesser und es leben mehrere Familien in Strohhuetten auf einer Insel. Am Nachmittag sind wir mit dem Bus nach Sillustani gefahren, eine Art Grabstaette, die erst von Pre-Inka Voelkern und dann von den Inkas benutzt wurde. Von dort aus hatten wir die Aussicht auf eine wunderschoene Lagune. Am Sonntag fuhren wir mit dem Boot nach Amantani, eine weitere, natuerliche Insel auf dem See. Dort hatten wir die Moeglichkeit, bei einer einheimischen Familie zu uebernachten. Sie haben uns mit wunderbarem Essen bekoestigt und uns in ihre traditionellen Gewaender gekleidet. Am Nachmittag bestiegen wir den Berg des Vaters, der sich gleich neben dem Berg der Mutter befindet. Oben angekommen, erwartete uns eine atemberaubende Aussicht auf den tiefblauen, glitzernden See und die Berge am Horizont. Als es dunkel wurde, zuckten Blitze am Abendhimmel auf. Ich konnte in der Ferne sogar die Berge Boliviens sehen. Am naechsten Tag ging es weiter zu unserer letzten Station, Taquile. Anschliessend fuhren wir zurueck nach Puno. Der See, die verschiedenen Voelker, die dort leben und die unterschiedlichsten Sprachen sprechen, waren eine Erfahrung ganz besonderer  Art.
Was mir sehr aufgefallen ist, ist die Tatsache, dass sich der Tourismus immer mehr der einheimischen Voelker und ihrer Wohnorte bemaechtigt. Ueberall wurden Touren angeboten, bei denen man die Doerfer und Haeuser der Einwohner besichtigen kann oder auch bei ihnen uebernachten kann.  Man kann sich kaum retten vor laut rufenden Menschen, die einem mit Flyern und Angeboten vor der Nase herumwedeln. Inwieweit die Einwohner selbst davon profiteren, bleibt die Frage. In frueheren Zeiten hatten sich die Einheimischen ein System aufgebaut, in dem sie die Moeglichkeit hatten, Geschaefte mit Touristen zu machen und davon zu profitieren. Die Invasion der Tourenanbieter hat dieses System nach und nach zerstoert. Die Anbieter geben den Einheimischen viel weniger ab, als sie vorher bekommen haben. Dies hat mich zum Nachdenken gebracht und ich habe mich gefragt, ob ich dieses System unterstuetzen soll. Auf der anderen Seite sind die Einheimischen mittlerweile abhaengig von den Tourenanbietern und waeren schlechter dran, wenn dies boykottiert wuerde. Trotzdem blieb dabei ein mulmiges Gefuehl, auch daher, weil ich oft den Eindruck bekam, dass die Einheimischen sich fuer die Touristen zur Schau gestellt haben, sodas die Authentizitaet etwas verloren ging und alles etwas gekuenstelt wirkte, zumindest auf den Uros-Inseln.
Nun befinde ich mich wieder in Arequipa, lerne Spanisch, gehe in die Projekte und lerne fast jeden Tag etwas neues ueber die Kultur.
Ich habe endlich eine Moeglichkeit gefunden, euch auch visuell an meinen Erlebnissen teilhaben zu lassen. Ich habe Fotos auf Facebook hochgeladen, aber auch wenn ihr nicht bei Facebook angemeldet seid, koennt ihr euch das Album ansehen. Ich poste euch hier den Link:
Von Puno habe ich noch keine Bilder hochgeladen, mache ich aber so bald wie moeglich.
Ich sende euch die besten Gruesse!

4 Kommentare:

  1. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

    AntwortenLöschen
  2. Hallo Laura,

    Schön, dass Du mal wieder schreibst, ich hatte von Zeit zu Zeit immer mal hier geschaut, und heute konnte endlich Deine "Geschichte" weiter lesen ...

    Die schwimmenden Uros-Inseln sind ja wirklich eindrücklich. Ob man dort auch leichten Wellengang hat? Da denk ich zurück, an meine erste Übernachtung auf einem Segelboot.

    Liebe Grüße, bis zum nächsten Kapitel
    Tobias

    PS: Sorry, mit dem ersten Kommentar, ich wusste nicht das der das beim löschen so komisch darstellt.

    AntwortenLöschen
  3. Hallo Laura,

    schön, dass du mal wieder schreibst. Ich gucke alle paar Tage in deinen Blog und freue mich immer sehr, Neues von dir zu hören...

    Un fuerte abrazo y hasta la vista

    AntwortenLöschen
  4. Hallo nochmal...

    habe total vergessen, meinen Namen unter die Nachricht zu schreiben...

    Liebe Grüße Carlyne

    AntwortenLöschen